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Nach 2 Stunden verlangsamte sich die Fahrt.

Es herrschte eine angespannte Vorfreude und alle waren mucksmäuschenstill als der erste Grizzly sich zeigte. Es war kaum zu glauben, denn keiner brüllte ständig ein „Isn’t it amazing“ oder „Oh, my gosh“ in Nachbars Ohr. Wir sahen an diesem Tag also 9 Grizzlies, die sich total von einander unterschieden. Ein Junges hing ständig bei seiner Mutter am Rockzipfel. Das andere erkundete selbst bewusst allein die Welt und pflügte den halben Strand auf der Suche nach den leckersten Muscheln um. Beim Haufenmachen grinsten er frech in die Kameras und trottete trotzig hinter seiner Mama her. Ein anderer Grizzly sah nach dem Winter ausgemergelt aus und stärkte sich mit dem proteinhaltigen Seegras. Viele Tiere verlieren bis zu 30 % ihres Körpergewichts, sehen ziemlich erbärmlich aus und Touristen würden diese putzigen Wesen am Lieben zum Aufpäppeln mit nach Hause nehmen. Das kulinarische Angebot bis zu den Lachswanderungen ist zwar überwiegend vegetarisch, aber scheint damit auch der Grund zu sein, warum die Bären ständig dicke Haufen machen und den ganzen Tag fressen. Touristen stehen dabei definitiv nicht auf der Speisekarte. Auf die praktischen Erfahrungen mit Grizzlies wollten wir sowieso auf unserer Reise verzichten und deshalb trieben wir lieben mit diesem gecharterten Boot 20 Metern an diesen mächtigen Tieren vorbei. In aller Stille, ohne Angst, mit einem breiten Grinsen im Gesicht und leuchtenden Augen.

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