"Anschluss"
Ja, und genau den sollte man in einigen Regionen Kanadas nicht verpassen.
Doch zunächst das Unwort der ersten 10 Tage in diesem Winterwunderland. „Blockheater“!
Ist klar! Bevor wir wussten, dass mit Block der Motor gemeint war, vergingen erst einmal ein paar Tage. Natürlich gibt’s in Deutschland Motorblöcke. Manch einer würde sagen: „und was für welche“. Aber den Vergleich sollte man nicht wirklich wagen in einem Land, in dem Treibstoff im wahrsten Sinne des Wortes wie Sand am Meer vorhanden ist. Und Hubraum in Litern und nicht in Kubikzentimetern gemessen wird.
Wir haben jedenfalls auch einen, einen „Blockheater“. Und zwar aus Deutschland mitgebracht. Doll, wer hat schon so etwas in Deutschland. Und vor allem, wer ist so blöd, das Ding ohne genaue Kenntnisse hierher zu bringen?
Wir bekamen jedenfalls irgendwann in 2007, als wir den Truck kauften, ein Kabel in die Hände gedrückt, mit dem Kommentar: „ist für den Motor“.
Mit diesem Equipment fuhren wir dann also los, auf Kanadas Straßen. Wenn’s kalt wird, kommt der Ford halt an die Steckdose. Denn, so sagte man uns, dass sollte man auf jeden Fall tun , falls es kalt ist. Nun, zu Beginn war es mit minus 5 Grad noch recht mild. Doch das Thermometer fiel je weiter wir von der Ostküste nach Westen fuhren. Kann ja nix passieren, nur eine Steckdose sollte da sein, oder?
Haben die hier nicht 110 Volt? Der Wagen, obwohl ein US-Fabrikat lief jahrelang in Deutschland. 220Volt? Obwohl man bei den deutschen Temperaturen höchsten 1mal pro Jahr ganz oben auf der Zugspitze anschließen müsste. Nein, die Arbeit hat sich sicherlich keiner gemacht, zumal der Klimawandel in dieser Beziehung Sicherheit verspricht.
Also am frühen Morgen vor dem Frühstück bei minus 15 Grad angeschlossen. Nach 2 Stunden starten und...es passierte nix! Der erfahrenste Mechaniker bei Ford hörte auch kein „zizzelndes“ Geräusch beim anschließenden nochmaligen „Anschluß“.
Was tun? Der Wagen sprang zwar noch an, aber es wurde kälter.
Wir brauchten 220Volt. Nach langen Recherchen im Internet, X-Besuchen in Elektronikgeschäften, Fehlkäufen und Umtausch hatten wir ihn. Den „Step up, Step down Voltage Converter“. Gerade rechtzeitig für die minus 30 bis minus 40 Grad in der Prärie. Und aus dem Motor „zizzelte“ es tatsächlich.
Ab Winnipeg hängen aus fast allen Fahrzeugen Stecker. Überall gibt es Strom am Straßenrand und auf Parkplätzen. Wir merkten schnell, warum das so ist. Ein Spaziergang bei gefühlten minus 40 Grad ist mehr als erfrischend...
Hier kann es übrigens passierten, das irgendwo auf der Strasse ein Auto ohne Fahrer einfach so anspringt und bei voller Beleuchtung (sobald der Motor läuft ist hier Abblendlicht Pflicht) eine Weile bei ordentlicher Umdrehung den Block aufheizt. Das macht der dann regelmäßig im Abstand von 1-2 Stunden. Ob das die bessere Alternative zum „Anschluss“ ist? Vielleicht nur, wenn "keiner" vorhanden ist. Und das blieb uns zum Glück bis jetzt erspart.