„Wer zu letzt lacht, lacht am Besten“
Organisierte Gruppentouren sind uns ein Grauen. Der Busfahrer oder ein hoch motivierter Guide beschließt, wann es Zeit ist den Fotoapparat zu zücken, wann die Blase entleert werden kann oder was eine Sehenswürdigkeit ist. Wir waren also an der Westküste Kanadas in Prince Rupert gelandet. Hierher verschlägt es nur Menschen, die diesen Abstecher bewusst geplant oder einen der vielen Fähren gebucht haben. Es führt eine Straße in die Stadt und die gleiche wieder heraus. Wir hatten also den Gedanken im Kopf, dass dies eine typische „Durchfahrtsstadt“ ist. Vergleichbar mit Bergen in Norwegen, wo der meiste Niederschlag des Landes fällt und wo ab und zu Passagiere der großen Kreuzfahrtschiffe ausgehustet werden. Aber es kam ganz anders. Die Natur und der Blick auf die Landschaft waren auf dem Weg nach Prince Rupert wunderschön. Die Berge hatten auf ihren Kuppen immer noch Schnee, die Flüsse rauschten in einer turbulenten Geschwindigkeit mit dem Tauwasser aus den Bergen gen Tal und die Frühlingsfarbe der Bäume war ein sattes grün. Wir waren also wieder mal positiv überrascht worden, von einer Gegend, die nicht an erster Stelle unseres Reiseführers stand. Auch die Stadt selbst strahlte eine gemütliche Atmosphäre aus, die Sonne schien zur Abwechslung und die Leute liebten einen freundlichen Smalltalk. Wir entschieden uns in Prince Rupert, nicht mit der Fähre auf die Queen Charlotte Islands zu fahren, sondern eine Grizzly-Tour zu buchen. Von Prince Rupert aus fahren wenige Boote (an unserem Tag nur eins) in das Tal der Grizzlies nach Khutzeymateen, wo 60 Grizzlies geschützt vor den Menschen und der Zivilisation leben dürfen. Die Sonne schien an unserem Grizzly-Tag und die meisten Touristen kamen in Flip-Flops und T-Shirt an Board. David und Sandra aus New Zealand und wir bildeten die Ausnahme; waren mit Mütze, Regenjacke, dicken Wanderstiefeln und Handschuhen ausgerüstet. Schein und Sein. Das Spiel hatten wir auf vielen Bootstouren schon erlebt. An Land ist es kuschelig warm und auf See friert man sich den Allerwertesten ab. Wir fuhren mit einem kleinen Schnellboot, 20 Personen an Bord in Richtung Grizzlies und genossen die wilde Fahrt über das Wasser. Das Schnellboot fegte über das Wasser, die Gischt landet auf unseren mitgebrachten Regenjacken und die Mützen schützten vor der eisigen Kälte. Wir waren also die lachenden Vier, denn alle anderen verzogen sich in die stickige Innenkabine und schauten durch die beschlagenen Fenster auf die Natur. Ein kotzendes Kind und der säuerliche Geruch machten die Luft im Innenraum nicht besser.
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