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"Der Rest des Urmeers und Korallen, die inmitten des weltgrößten Salzsees daran erinnern"

Auf einer Höhe von 3650m saugen wir im Sonnenaufgang die frische Luft in unsere Lungen auf. Wir stehen auf dem weltgrößten Salzsee, dem Salar de Uyuni, sehen die ringsherum liegenden Berge im romantischen Rot erwachen und haben das Gefühl, wir wären die einzigen Menschen auf dieser Welt. Wenn da nicht die schwarzen Reifenspuren auf dem weißen Salz wären, die kreuz und quer verlaufend an die Zivilisation erinnern. Am Rand des Salars sieht die Salzkruste wie raues Eis aus und erinnert uns an den Beginn unserer Reise im kalten Kanada bei minus 40 Grad Celsius auf einem zugefrorenen See im Nirgendwo. Aber die Eisfischer fehlen und die Temperatur ist in der aufgehenden Sonne frühlingshaft warm.
Wir fahren in Richtung des Vulkans Tunupa auf den kleinen, kaum sichtbaren Punkt, die "Isla del Pescado" oder auch "Isla Incahuasi" genannt, mitten auf dem Salzsee zu. Das ehemalige Urmeer ist im Laufe der Zeit ausgetrocknet und hat diese Koralleninsel quasi zur Erinnerung "stehen gelassen". Über die Korallen schlängelt sich ein Fußweg und lässt einen begrenzten Rundum-Blick über die Salzfläche zu. Es ist Frühling auf der Südhalbkugel und die 10m hohen und 1.000 Jahre alten Kakteen strecken ihre weißen und gelben Blüten in Richtung der Sonne. Am Inselrand ist das Salz so trocken, dass Kristalle entstehen und die Ausdehnung teilt die Oberfläche in metergroße Flächen mit mehreren Salzrändern. Je trockener das Salz, desto höher trennen sich die einzelnen Flächen durch ihren Salzrand ab. Durch die ständige Bewegung haben sich Platten übereinander geschoben und lassen schon wieder einen Hauch von Winterstimmung aufkommen.
Von versackten Autos vieler Reisenden hatten wir bereits gehört und die typischen "heraus-schaufel-Fotos" gesehen. Hier auf dem Salar sehen wir es tatsächlich hautnah durch die im Matsch verlaufenden Reifenspuren. Wie viele Autos wohl im Salzwasser konserviert worden sind? Auch die "Ojos", die Augen des Salars sind tückisch. Es sind Wasserlöcher, die die aufsteigenden Schwefelgasblasen durch die dicke Salzkruste entweichen lassen. Beim Reingreifen durch "die Augen" in das Salzwasser holen wir wunderschön geformte Salzkristalle an die Oberfläche. Das Urmeer gibt immer noch kleine versteckte Zeichen an die heutige Zivilisation ab, damit es nicht ganz in Vergessenheit gerät.

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