"Nach der Einfahrt in den Nationalpark sehen wir zuerst die Laguna Blanca"
die ihren weißen Namen zu Recht trägt und uns mit gespannter Vorfreude zu der Laguna Verde führt. Eine Explosion der Farben ist noch untertrieben. Der eiskalte Altiplanowind schüttelt den Chemiecocktail dieser Lagune und lässt die kristallklare Farbe türkisgrün der Karibik inmitten einer Wüstenlandschaft erstrahlen. Ohne Wind also keine chemische Reaktion; so wunderschön kann Chemie sein.
Weiter fahren wir über staubige Waschbrettpisten an dampfende Geisiere vorbei, die ihren grauen Schlamm blubbernd in die Luft schleudern. Auf 5000m Höhe heizen sich die umliegenden Steine wie eine Bodenheizung auf und wir genießen die überraschende Wärme. Wenn nur nicht der Schwefelwasserstoffduft nach verrotteten Eiern wäre...
Am Nachmittag erreichen wir das neue Naturweltwunder die "Laguna Colorada". Die anwesenden Bakterien haben es in der Sonne immer noch mummelig warm und verleihen durch ihre Anwesenheit dem Wasser ihre blutrote Farbe. Auf einer Höhe von 4270m stehen Flamingos im Wasser und durchpflügen dieses mit dem krummen Schnabel auf der Suche nach Nahrung. Weiße Mineralien durchziehen die blutrote Lagune, knallgrüne Moosflächen schlängeln sich am Ufer entlang, Vikunjas und Lamas grasen entspannt vor sich her. Die Beschreibung faszinierend "unwirklich" trifft es wohl am Besten.
Unser Juvenal hat nach 15 Jahren den Dreh heraus, immer der Erste oder immer der Letzte an diesen wunderschönen Orten zu sein. Und so sehen wir allein mit dem Sonnenuntergang über der Laguna Colorada die Bakterien von der Oberfläche verschwinden und das Wasser in neuen Farben erscheinen. Am nächsten Morgen sind wir wieder oder immer noch allein an der Lagune und sehen dieses Mal die Farben des Sonnenaufgangs. "Sin palabras", "ohne Worte" strahlt uns Juvenal entgegen und spricht die Empfindungen aus, die wir als Gedanken in uns tragen. Und wir würden ihn am Lieben ständig herzen, weil und vor allem wie er diese Schönheit seines Landes mit uns teilt.
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