Danach gingen unsere besonderen Begegnungen in den B&Bs weiter.
In Woodstock (das Motto: „peace und lange Haare“ konnten wir hier nicht finden) beherbergte uns der Highway-Polizist Malcom, der außerdem zu den Mounties gehörte und einen Riesenspaß daran fand, uns Deutschen in diese rote Uniform zu stopfen. Danach rief er seine Freundin Ute an, die seit Jahren in diesem Ort wohnte und auch aus Hamburg kam, bereitete uns am Morgen unbeholfen das Frühstück zu (seine Frau macht das sonst und war verreist) und zeigte uns stolz sein Messer mit der deutschen Gravur „Blut und Ehre“. Ups! Übrigens, sein Hund hieß Mercedes.
Wir hätten in der Schule besser aufpassen sollen, denn Ottawa ist die kanadische Hauptstadt und hat 750.000 Einwohner. Hätten wir das gewusst bzw. unsere Gehirne mal angestrengt, dann wären wir bestimmt nicht mit unserem großen Truck zum Feierabendverkehr in diese hektische Großstadt gefahren, um dann festzustellen das alle B&Bs belegt oder einfach nicht mehr da waren. Die Flucht aus dem Großstadtdschungel führte uns in ein kleines Vorstadtörtchen und damit zu Ellen. Ellen lebte in einem der schönsten Häuser und einem ehemaligen Konvent, kochte uns biologisch dynamischen Grüntee mit Zitronengras (ausprobieren) und ließ uns in einem Raum mit 5m Deckenhöhe schlafen. Morgens frühstückten wir mit unserem Mitbewohner, einem tibetischen Mediziner. Wir kannten bis dato nur einen Tibeter, nämlich den Dalai Lama, und der lachte genauso wie dieser.
In dem Ort Thessalon gab es ein Hinweisschild „Bavarian Inn“. Da wollten wir auf keinen Fall unterkommen. Also fanden wir in einer dunklen Seitenstraße ein anderes B&B. Wie sich beim „Einzug“ herausstellte bei Ruth (ursprünglich aus Niebüll in Schleswig Holstein) und Gerd (ursprünglich aus Oberfranken), die vor 40 Jahren ausgewandert waren. So schnell konnten wir gar nicht gucken, da saßen wir bei Erbsensuppe, Graubrot und Heringsfilet, also einer tollen Brotzeit am Familientisch. Ihr kastanienbrauner Labrador hieß übrigens Karma. Und wir lernten was völlig Neues kennen: einen deutschen Radiosender, der noch deutscher als Nachbarsschäferhund und die Erbensuppe war. Und die schmeckte besonders gut bei Radiomusik von Derrick, Rappelkiste und Tatort. Unser besonderer Tipp für gute Laune ist somit im Internet unter www.radiohertz.com zu finden. Interessant war, dass unsere Reise danach von Thessalon über Espanola und weiter nach Marathon verlief. Mal sehen wie unsere Odyssee und den Multikulti-Begegnungen weitergeht. Fortsetzung folgt!
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