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"Die Entdeckung der Nazcalinien haben deutsche Wurzeln"

Maria Reiche gehört zu den Nazcalinien, wie der Adler zum Bundestag, wie der Floh ins Hundefell oder die Zigaretten zu Helmut Schmidt. Eine Deutsche inmitten einer trostlosen Wüste mit einer Liebe für ihre Entdeckung, die bis zu ihrem Tod im Alter von 95 Jahren und über 40 Jahre anhielt. Eine so lange Zeit, die nur die wenigsten Paare zusammen ohne Scheidung durchhalten.
"Ob wir stolz sind, auch Deutsche zu sein?", werden wir vom Piloten unserer kleinen Maschine gefragt. Nun ja, mit dem Stolz ist das so eine Sache, denn das Privileg der Geburt haben wir uns nicht erarbeitet, sondern es ist uns in die Wiege gelegt worden. Und mit dem Gefühl des Stolzes tun wir Deutschen uns ja ohnehin etwas schwer. Aber in diesem Fall spüren wir tatsächlich Stolz. Allerdings nicht auf die Nationalität der Forscherin, sondern auf die Person Maria Reiche. Als junge Mathematikerin kommt sie nach Peru und hält sich mit allen möglichen Jobs über Wasser. Keiner versteht sie mit ihrem Wunsch "nur" in Peru bleiben zu dürfen und nach ihrer Berufung zu suchen. Die Aufgabe "komische Linien" in der Nazcawüste zu vermessen wird schließlich zu ihrer Lebensaufgabe. Sie wandert durch die heiße Wüste mit einer Trittleiter unterm Arm, vermisst die Linien und entdeckt die erste Figur sozusagen auf dem Reißbrett. Den Luxus eines Flugzeugs gibt es in den Anfängen noch nicht für sie. Inmitten ihrer Forschungen für die es zu der Zeit keine Anerkennung, geschweige denn eine geldliche Entlohnung gibt, soll dieses rätselhafte Gebiet der Linien landwirtschaftlich nutzbar gemacht und sprichwörtlich geflutet werden. Die Deutsche erreicht, dass sich die Landwirtschaft "vom Acker macht muss" und die Linien erhalten bleiben. Für uns.
Heute fliegen die kleinen Motorflugzeuge im Stundentakt mit Touristen über die Wüste und lassen alles so einfach aus der Luft erscheinen. Ein Affe, ein Baum, eine Spinne, ein Wal und viele anderen Figuren erscheinen als helle Linien in der Wüste. Die oxidierten Steine geben dem hellen Wüstensand den Kontrast und lassen uns diese mathematisch korrekten Gebilde erkennen. Es gibt viele Theorien über die "Zeichner", über die Gründe und über die Technik. Nach Maria Reiche handelt es sich um einen astrologischen Pre-Inka Kalender. Erich von Däniken liebäugelt mit den Außerirdischen, die scheinbar überall ihre Landebahnen und Symbole bauen müssen. Andere denken ausschließlich an einen spirituellen Ort, einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für gelangweilte Arbeiter oder einen Ort für Laufwettbewerbe. Fakt ist, dass wir Menschen mit unserem heutigen Wissen, unserer Technik und unseren vielen Experten keine endgültige Lösung gefunden haben. Vielleicht haben wir einige Fähigkeiten im Laufe der Zivilisierung dazu gewonnen. Aber wie viel ist uns scheinbar auch wider verloren gegangen, was vielleicht doch in einer anderen Ebene zu suchen ist, als das was die Technik uns an Fortschritt vormacht?
Maria Reiche lebte bis zu ihrem Tod in der peruanischen Wüste, wurde mit allen denkbaren Auszeichnungen der Bundesrepublik Deutschland und Peru geehrt. Auch als sie krank und erblindet die letzten Jahre ihres Lebens in der Wüste verbrachte, hatte sie wohl immer noch diesen kulturellen Schatz vor Augen. Auch ihre Lieblingsfigur, den Affen? Der, wie die Hand von Maria Reiche (Amputation eines Fingers) nur vier statt fünf Finger hat. Ohne das Wissen über Maria Reiche sind die Linien in Nazca für uns zwar interessante Linien, die große und schöne Figuren in der Wüste bilden. Aber durch die Lebensgeschichte der Deutschen bekommen diese Linien eine Seele und davon sind wir tatsächlich fasziniert, beeindruckt und vor allem stolz...auf sie, Maria Reiche.

 
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