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"Immer entlang der hohen Berge- der Santa Cruz Trail"

Wir sehen die weißbedeckten Berge der Cordillera Blanca, die sich unendlich in den Himmel recken und möchten uns am Liebsten sofort reinstürzen. Auf den Landkarten sind zwar Ski fahrende Männchen eingezeichnet, aber die Vorstellung erst mit der Ausrüstung auf 5000m zu kraxeln, damit wir einige Meter abfahren können, ist uns dann doch zu beschwerlich. Und wie schwer eine Skiausrüstung nach 5000m Höhe Aufstieg wiegt, dass wissen wir seid dem Besteigen des Cotopaxi in Ecuador. Also bleiben unsere Ski Zuhause (im Camper) und wir wandern mit 5 anderen Peruanern für 4 Tage über den Santa Cruz Trail in der Cordillera Blanca. In dieser Gruppe genießen wir den Luxus von Packeseln, die unser Essen, das Küchenzelt und die vielen Kochtöpfe über die Berge und den 4750m hohen "Punta Union Pass" schleppen. Außerdem können der peruanische Eseltreiber und die Köchin diesen Verdienst gut gebrauchen und bereichern gleichzeitig durch ihre Lebensart unsere Wanderung. Trotzdem stoßen uns schnell die jungen Backpacker bitter auf, die ihr gesamtes Gewicht gänzlich auf die Einheimischen abgegeben haben. 20-jährige Bewegungslegastheniker kommen uns mit Regenschirm, mit mürrischem Gesicht aufgrund der körperlichen Anstrengung und ohne Marschgepäck entgegen. Ihre Kleidung sieht aus, als wenn ihr Aerobickurs kurzerhand vom Fitnessstudio nach draußen verlegt worden ist. Dahinter traben die 5 Packesel hinter ihnen her und wir fragen uns, was wohl die Einheimischen von diesen Ausländern halten und was um Himmelswillen diese Reisenden in die Berge verschlägt. Wir hoffen, dass die Peruaner sich das "Arsch hinterher tragen" auch in Form von reichlich Geld entschädigen lassen. Die Kosten sind für unsere europäischen Verhältnisse immer noch Schnäppchenpreise und ein Eseltreiber inklusive Esel sind für 10 $ pro Tag zu "mieten".
Wir sind allerdings sprachlos, als wir in unserer kleinen Wandergruppe die großen Unterschiede der sozialen Schichten innerhalb der Peruaner hautnah miterleben. Unser wohlhabender Wanderkollege aus Lima lässt permanent seinen Teller halb leer gegessen in den Müll wandern oder bietet zur großen Frechheit dem Eseltreiber seine kalten Reste an (der Eseltreiber hat freundlich abgelehnt). Für uns selbstverständlich, essen wir immer alle, dass schließt die Köchin und den Eseltreiber ein, zusammen im warmen Küchenzelt. Jeder das gleiche und jeder reichlich. Andere Gruppen haben eine andere Art der Hackordnung und hier wird streng getrennt. Aber die wahrscheinlich tief verwurzelte Überheblichkeit gegenüber "Arbeitern" oder das Privileg des Wohlstands hat wohl diese Auswüchse entstehen lassen. Wer 450 Dollar für einen Kindergartenplatz in Lima zahlt, der kann sich wohl schwer in die Gefühlslage von stolzen Eseltreibern denken.

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