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In Niland guckt uns eine scheinbar unfreundliche Mexikanerin an der Tankstelle an und sagt nur
"Slab City?"

Genauso, wie es die Frau in der Pommesbude macht, wenn sie mit einem Kopfnicken nach oben nach "Ketchup oder Mayo" fragt. Dieser Ort, der in keiner Karte eingezeichnet ist, steht nicht nur für einen geographischen Punkt, sondern für alles, was "anders sein" so ausmacht. Wer den Ort nicht kennt, der sollte sich den Film "Into the wild" ansehen und diese Art des Lebens in der sicheren Distanz zum Fernseher an sich heran lassen. Wir folgen der mündlichen Wegbeschreibung der Mexikanerin und sehen von weiten einen bunten Fleck in der Wüste. Leonard Knight drückt seine kindliche Liebe zu Gott seid 24 Jahren mit Farbe, Lehm und Stroh aus. Er baut und bemalt Berge, Landschaften, Räume, Gebilde, Autos, Wohnwagen und alles was eine beschreibbare Oberfläche hat. Mittlerweile hat sich sein Bauvorhaben in die Länge gezogen: 24 Jahre seines Lebens, 200.000 Gallonen Farbe, 9000 Strohballen, Tonnen an Lehm und alles was die Wüste an Baumaterialien noch so hergibt. Er strahlt uns aus seinen wachen Augen aus seinem wettergegerbten Gesicht an. Freut sich über jeden, der seine Arbeit schätzt und noch mehr über Leute, die seine Idee verbreiten. Manchmal kommen Leute zum Helfen, geben ihre alten Farben kostenlos bei ihm ab oder staunen einfach nur. Die großen Kirchen haben auch schon angeklopft und wollten sich als Trittbrettfahrer in seiner "Berühmtheit" sonnen. Das lehnt er aber strikt ab. Die machen seiner Meinung nach, die "message" viel zu kompliziert. Und berühmt ist er mittlerweile. Einer seiner bunt bemalten Autos ist in einem Hollywoodfilm verewigt, "National Geographics" brachte schon einen Bericht über ihn und machmal halten sogar Reisebusse mit gut riechenden Menschen in frisch gewaschenen Klamotten an. Und allen winkt er freudestrahlend zu und erzählt alles noch einmal von vorn. Als wir fahren, versprechen wir ihm, dass wir Deutschland über das Internet von seinem Projekt erzählen und das macht ihn glücklich.
Von seinem Berg aus, sehen wir bereits den "Ortskern von Slab City". Ein inoffizieller Ort in der Wüste, aber mit offizieller Homepage. Hier kann sich jeder einen Platz suchen, sich notfalls mit einem kleinen Garten individualisieren, sein Auto mit Müll bekleben oder einfach seinen Familienurlaub in billiger Form in der Wüste verbringen. Am Schotterweg steht eine Kirche undgegenüber ist eine Art Bühne und offen für jede Art von talentierter und talentfreier Darbietung. Hauptsache es macht Spaß und es kommen Töne aus den Instrumenten heraus. Ein bißchen Spießigkeit gehört aber auch in diesen Ort und so steht auf dem Schild an der Bühne: Hunde bitte anleinen! So ganz ohne Regeln kommt eben niemand aus, selbst in diesem Ort. Wir verlassen die Wüste und wissen genau, warum es so viele Mensch hierher zieht. Bunt und voller Leben kann die Wüste nämlich auch sein!

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