"Die Wahl, die keine ist und der Markler im Weißen Haus"
Deutschland wird im Vergleich zu den USA als Servicewüste beschimpft. Damit ist meistens allerdings der Grad an Freundlichkeit gemeint und nicht der Service im allgemeinen. Denn unsere kleine Reiseanalyse hat wunderliches zu tage gebracht. Angefangen hat alles mit der Wahl. Nicht nur die des Präsidentens, sondern der Wahl im Restaurant. Im Restaurant steht also eine freundlich grinsende Kellnerin vor uns und eröffnet uns eine Auswahl an Brotsorten: Matschebrot in weiß. Matschebrot in braun, allerdings nicht Vollkorn, sondern nur mit Melasse eingefärbt. Matschebrot in weiß mit braunen Körnern auf der braunen Matschekruste. Weiter geht es mit unserer scheinbar unbegrenzten Auswahl an Kaffeezusatzstoffen: mit regulärere Mich, mit kastrierter Halbfettmilch, mit Zucker, mit Süßstoff und so weiter und so weiter. Und die Auswahl geht weiter und endet nicht beim Ei. Nein, Ei ist nicht gleich Ei: ein reguläres Spiegelei, ein gewendetes Spiegelei, ein gedünstetes Spiegelein, ein Rührei, ein gekochtes Ei. Und dann die zermürbende Frage, wie lange das Ei denn gekocht werden soll. Flüssig, weich, wachsig, hart. Dabei muss der Bestellende aber bitte auch die Höhe des Ortes der Bestellung und den damit verbundenen Luftdruck berücksichtigen. Nach dem Bestellmarathon ist uns erst einmal schwindlig und die Bestellung liegt uns wie ein riesiger Fleischklops im Magen.
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