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Trinidad, ein UNESCO-geschütztes Kleinod auf Kuba“

Am Besten immer gegen den Touristenstrom.
Nach 3 Wochen Havanna sehnten wir uns nach der Straße, die neue Dinge zu entdecken versprach. Ein Bekannter beschrieb sein Verhältnis zu Havanna als „Haß-Liebe“. Und nach 3 Wochen wussten wir warum. Wir brauchten wirkliche Ruhe, frische Luft und Tage, in denen wir nicht mental zerrissen vom Zerfall der Stadt, der Armut und den totalen Gegensätzen der Stadt waren. Trinidad ist also im Vergleich zu Havanna (über 2 Mio. Einwohner) ein Dorf mit 50.000 Einwohnern. Und natürlich haben wir letztendlich in einer kubanischen Familie gewohnt. Der Weg nach Trinidad und zu unserer Gastfamilie war jedoch filmreif. Die Landschaft ist Atem beraubend schön, mit weiten Zuckerrohrfeldern und einer roten Erde, die im Sonnenuntergang zu leuchten beginnt. Männer reiten wie selbstverständlich auf ihren Pferde auf der Straße. Sind ja schließlich auch Verkehrsteilnehmer!
Wir hatten also in unserem schicken Leihwagen (als wir starteten mit 75 km auf der Uhr und intakten Stoßdämpfern) eine Adresse der Unterkunft. Ein etwas schräg aussehender Kubaner auf dem Fahrrad wollte uns den Weg weisen und fuhr voran. In der benannten Straße kam uns eine Frau entgegen, der er ein paar Wortbrocken zu warf und „welch Glück“, es war unsere Vermieterin. Wir luden sie in uns Auto ein, um zur Unterkunft zu fahren, weil angeblich nur ein anderes Zimmer frei war. Nach ein paar Fangfragen war uns klar, dass sie nicht unsere Vermieterin sein kann und fuhren mit ihr zur ursprünglichen Adresse. Unterwegs machten wir bereits Scherze, dass sie wahrscheinlich an der nächsten Kreuzung herausspringt wird, aber sie zog die Show durch. Selbst als sie vor ihrem angeblichen Ehemann stand, log sie wie gedruckt und war nur etwas hektischer als vorher. Die meisten Touristen wissen selbst nach vielen Tagen immer noch nicht, dass sie in einer anderen Unterkunft als reserviert wohnen. Armut und die Aussicht auf Devisen treibt einige Kubaner zu fast genialer Kreativität.
Unsere kubanische Familie und die Unterkunft waren mitten im historischen Altstadtkern. Bereits in den 80er Jahren hat die UNESCO diesen Schatz entdeckt und für die Nachwelt gerettet. Das bedeutet aber auch, wenn die Touristenbusse kommen, ganz schnell zu den traumhaften und menschenleeren Stränden flüchten. Und erst dann zurückkommen, wenn die Stadt wieder den kubanischen Menschen gehört. Wie zum Beispiel unserer Gastfamilie, wo kaum eine Tür abgeschlossen war und wenig Privatsphäre für jedes einzelne Familienmitglied blieb. So saß die kleinste Tochter vor dem Radiorecorder und sang laut mit, die Oma stand in der Küche und bereitete das Essen zu und die älteren Töchter hatten ihre Freunde zum Fernsehgucken zu Besuch. Eine wunderbare Geräuschkulisse mit Grillenzirpen, Geschirrklappern, spanischem Stimmengewirr und keinem Autolärm (Autofreie Altstadt). Übrigens kocht auf Kuba keiner so gut, wie die kubanischen Familien selbst. Hier in Trinidad hatten wir einen 40 Zentimeter langen und mit Shrimps garnierten Fisch auf der Dachterrasse des Hauses zubereitet bekommen. Preis ca. 20 Euro inklusive massenhafter Beilagen und oben ohne Bedienung des Hausherren. Unglaublich und unvergesslich, wie so vieles auf dieser Reise!

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