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„Auf den Spuren eines Mythos: kubanischer Tabak“

Selbst wir als Nichtraucher konnten uns dem Mythos des kubanischen Tabaks nicht entziehen. Es ist wie mit Wein. Alle reden mit, ohne Ahnung zu haben und jeder hat eine Meinung. Auch hier gilt: gut behauptet ist halb bewiesen.Übrigens, die meisten kaufen ihre Zigarren nach Etikett, genau wie ihren Wein. Teuer ist eben gut, oder? Und ob Ziegenscheiße oder Bananenblätter mit in die Zigarre gerollt wurden ist, merken sie gar nicht. Mit dem Genuss kommen auch die Kopfschmerzen.
Bis wir uns diese heilige Handlung des Zigarrerollens ansehen konnten, mussten wir einige Hürden überwinden. Und dann war alles anders als gedacht.
Die erste Zigarrenfabrik in Havanna hatte Betriebsferien und war geschlossen. Die zweite und laut Reiseführer authentischere Fabrik hatte die Tore für immer geschlossen und wurde gerade abgerissen. Die dritte Fabrik bot nur teuere Touren an, ohne wirklich etwas zu bieten. Die vierte Fabrik, welche die berühmten „Romeo y Julia“ herstellen hatte Stromausfall und die Türen blieben auf unbegrenzte Zeit geschlossen (leider auch noch nach 2 Stunden). Die fünfte Fabrik gehörte dem Guru Romaina und lag in dem berühmtesten Tabaktal bei Pinar del Rio. Leider so gut versteckt, dass sie von uns nicht gefunden werden konnte. Die Kubaner sind bei Nachfragen nach dem Weg nie verlegen, auch wenn sie keinen blassen Schimmer haben und dich quer durch die gesamte Prärie schicken.

Und dann stand sie plötzlich da: eine Hütte, in der Tabak getrocknet wurde. Davor saß ein Kubaner und drehte Zigarren (unser Freund Rolf träumte davon bereits seit 2 Wochen. Eine für ihn gerollte Zigarre!). Echte kubanische Zigarren. Es gab sie also doch! Und dann unterbrach ein liebenswürdiger alter Kubaner seine Arbeit, erzählte von seinem Lebensinhalt den Zigarren. Ohne Schuhe, mit einem breiten Lächeln in seinem vom Wetter gegerbtem Gesicht. Er war übrigens Nichtraucher.
 
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