"Unsere Fahrt geht entlang der Pazifikküste des Landes"
Im Landesinneren in Richtung der UNESCO-Stätte Kuelab herrschen seit Tagen Ausnahmezustand und Straßenkämpfe mit tödlichen Opern. Indigenas haben die wichtigsten Straßen in das Amazonasgebiet gesperrt und protestieren sprichwörtlich "um ihr Leben". In den letzten Jahren haben wir erlebt, was mit Ländern im "Namen der Demokratie" passiert, die Bodenschätze haben. Hier ist es ehrlicherweise der schnöde Mammon, wo das schwarze Gold eines der wichtigsten Wirtschaftszweige ausmacht. Man kann Menschen mit Waffen töten, man kann aber auch einfach mit Ölresten, Chemikalien, Erosionen und Abholzung den Lebensraum der Einheimischen zerstören, dann erledigt sich das Problem mit den protestierenden Menschen ganz schnell von selbst. Und wer es immer noch nicht weiß: große Supermärkte, Wasserhähne mit Trinkwasser und dann auch noch das nötige Kleingeld, um es zu nutzen, sind Wohlstandsgeschenk. Leider hat der Weihnachtsmann auch diesen Teil der Welt nicht auf seiner langen Geschenkeliste. Welche Leute höchstens von den ausländischen Weihnachtsmännern beschenkt werden, sind der Ministerpräsident, einige Mitglieder des Kabinetts und eine elitäre Schicht, die alle ungern abgeben. Rheinländische Mäuler wie Ingo würden sagen:" man had et net fom utjeve, sondern fom haale." So ist das wohl.
Auf der anderen Seite überrascht uns Peru in den ersten Tagen mit einer unbekannt schönen Wüstenlandschaft, die sich aufgrund des kalten Humboldtstroms entlang der Küste zieht und uns in dieser Jahreszeit mit klarer Sicht nebelfrei verwöhnt. Die Wüstenlandschaft wird in Flussläufen und in den bewässerten Gebieten (das Wasser kommt teilweise vom Amazonasgebiet) von üppiger Vegetation unterbrochen. Die wenigen Behausungen sind aus Holz, Lehm oder Schlamm gebaut und das Vieh steht am Haus in Gehegen oder wird von Hirten durch die Wüste getrieben. Menschen schleppen große Wasserkanister zu fuß oder transportieren diese auf Eselkarren. Wasser ist hier Leben. Aber Wasser war auch das entschiedene Element, welches die weltgrößten Lehmpyramiden und -städte der alten Hochkulturen Moche oder Chimú in diesem Gebiet vermutlich durch "El Niño" zerstörte. Nicht nur die Spanier waren hier zerstörerisch tätig, sondern auch die Natur selbst. Heute können wir die neu entdeckten, ausgegrabenen und mühsam restaurierten archäologischen Schätze in Túcume, Sipán, Chan Chan usw. mit viel Phantasie bestaunen, denn das Baumaterial Lehm ist vergänglich und fließt wie Krokodilstränen stätig herunter. Die vielen Gold-, Silber- und Kupfergegenstände sind so opulent und in einer Masse in den Museen ausgestellt, dass wir es fast nicht begreifen können. Unfassbar, unvorstellbar und unbekannt sind wohl die besten Beschreibungen für den ersten Eindruck. Und die ersten Bilder von Peru sind wie immer nicht die Bilder, die wir vorher in unseren Köpfen hatten. Und von Machu Piccu und der Inkakultur ist dieses Peru noch ganz weit entfernt.