"Die Globalisierung und Abhängigkeit der Welt"
Unsere Reiseplanung schloss wie selbstverständlich Zentralamerika ein. Im deutschen Kämmerlein geplant und damit so weit entfernt von der Realität und den Veränderungen. Die Realität bekamen wir dann von Reisenden geschildert, die diese Länder vor kurzem besucht hatten. Nicht von Backpackern, die von einem Hostel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum nächsten gefahren sind, sondern von Autoreisenden.
Objektive Informationen über die Sicherheitslage in den jeweiligen Ländern hatten wir uns beim Auswärtigen Amt und bei diversen anderen Botschaften eingeholt. Was wir vor unserer Reise nicht geahnt hatten, war die Wirtschaftskrise. Hunderttausende (allein in Guatemala schätzt man über 1 Mio.) von Wanderarbeitern und Illegalen, die als Erste ihre Jobs in Nordamerika verloren haben. Traurige Geschichten über illegale Arbeiter, die ihre Schleuser noch nicht einmal abbezahlt hatten und schon wieder auf dem Weg zurück in ihre mittelamerikanischen Länder waren. Arm sein bedeudet nicht zwangsläufig kriminell sein. Leider hatte sich jedoch "objektiv beurteilt" die Kriminalität und die Sicherheitslage aufgrund der Wirtschaftskrise in Zentralamerika sehr verschärft. Nach unserem Raub in Kanada wollten wir zukünftig auf unser Bauchgefühl hören, und dass taten wir mit der Konsequenz der Verschiffung von Mexiko nach Ecuador. Was wir uns jedoch an geistigen Unsinn und teilweise Anfeindungen von anderen Reisenden in unserer Überlegungsphase anhören mussten, war unfassbar und kann gar nicht in Worte wiedergegeben werden. Wir änderten also unsere ursprüngliche Route und blieben einfach noch längere Zeit in Mexiko und Belize. Für unsere kennengelernten Freunde, die ihre Reise durch Zentralamerika fortgeführt haben, sind wir glücklich, dass sie dort eine tolle und interessante Zeit hatten. Abgeschoben ist nicht aufgehoben. Und das ist doch das tolle am individuellen Reisen, dass man frei in seinen eigenen Entscheidungen ist.