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"Die Welt zu Gast bei Freunden oder doch nur zwei kleine Deutsche auf einem großen Kontinent"

"My home is my castle" heißt es und bedeutet doch eigentlich, dass man sich abschotten und keinen in seiner Privatsphäre herum schnüffeln lassen möchte. Auf unserer Reise scheinen die neuen Bekannten ihre Mauern einreißen zu wollen, öffnen ihr privates Zuhause für uns Fremde und laden uns ein, eine zeitlang mit und bei ihnen zu wohnen. Wie selbstverständlich werden Einladungen ausgesprochen, das eigene Schlafzimmer für uns geräumt und Wohnungsschlüssel wechseln ihren Besitzer. Das Gefühl, dass wir stören, legen wir schnell ab. Schließlich ist jeder Herr seiner Sinne und weiß, ob er eine erstgemeinte Einladung ausspricht und damit das Risiko eingeht, dass sie auch angenommen wird. Wir nehmen sie sehr gern an und freuen uns über das Vertrauen. Schließlich sind wir auch nach einem kurzen Abend am Lagerfeuer immer noch Fremde. Außerdem vertrauen wir immer mehr unserem Bauchgefühl und wissen, ob etwas ernst gemeint ist oder die Wellenlänge stimmt. Außerdem haben unsere Eltern es nicht versäumt uns beizubringen, wie wir mit Messer und Gabel essen, wie wir ein Klo zu verlassen haben oder das Zauberwort "Danke" zu benutzen. Einen passenden Spruche hörten wir von US-Amerikanern, die wir nur eine halbe Stunde auf der Fähre kennengelernt haben und in der Nähe von San Francisco besuchen werden: "We are easy when you are easy." Sagt doch auch alles aus, oder?
Wir dürfen also in den Alltag blicken und die Gastfreundschaft genießen. Das ist es doch, was unsere Reise so erlebnisreich macht. Und wir können nicht nur was annehmen, sondern entdecken, dass wir genauso zurück geben können. Wir berichten von unserem Land, den Erlebnissen und uns. Unsere Zuhörer sind ebenso wißbegierig wie wir und so verfliegt ein Abend bei Kerzenlicht und Wein oder morgens bei einem gemeinsamen Frühstück wie im Flug. Auch wenn die Begegnungen leider häufig nur kurz sind, so sind sie doch intensiv. Wir freuen uns, wenn unsere neuen Bekannten sich auch bei uns melden würden, wenn sie die Chance haben, nach Europa oder Deutschland zu kommen. Unser Zuhause wird dann auch ihr Zuhause sein. Denn es gibt doch nichts schlimmeres als in einer ruhigen, steril aufgeräumten und leblosen Wohnung sein Dasein zu fristen.

 
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