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"Mücken, Alaskan statebirds oder einfach kleine Biester"

Mein Finger streift über Ingo's Kopfhaut und wenn mein Finger denken könnten, dann würde er sich wie der erste Mensch auf dem Mond fühlen. Ingo's Kopfhaut ist leuchtet rot und die juckenden Krater sind tief (50 Stiche mindestens!). Das kleine Problem heißt simpel "Mücke". Unsere Reise begann in Kanada's Winter und wir dachten, dass wir uns langsam an diese kleinen biestigen Insekten gewöhnen könnten. Wir hatten sogar gehofft (jugendliche Naivität), dass die Einheimischen ein Wundermittel hätten, nach deren Verwendung wir immun und die Mücken blutleer bleiben würden. Pustekuchen. Die warme Luft verkündete den Frühling und explosionsartig waren sie da. Wir wissen nicht, wie schnell eine Mücke schlüpfen kann, aber den großen Körperumfang muss sie innerhalb von Sekunden erreichen. Obwohl es auch egal ist, wie groß oder klein so eine Mücke ist. Das Ergebnis ist immer das gleiche: fluchtartiges Verkriechen in seine vier Wände, in den Wagen, ins Zelt oder unter ein Mosquitonetz. Ignorieren können es nach jahrelanger Übung nur Hartgesottene und dies sieht ziemlich verwirrend aus, wenn das Gesicht, die Ohren, der Hals und alles was ungeschützt ist, von Mücken übersät ist. Pipelinemitarbeiter im tiefen Norden des Kontinents sollen sich an heißen Tagen angeblich mit Schmierfett einreiben und die verklebten Mückenleichen abends von sich abkratzen. Alles ist relativ und so schlimm hat es uns zum Glück noch nicht erwischt.
Ein Mittel zur Abwehr hilft ein wenig und heißt "Deep Woods". Eine chemieverseuchte Flüssigkeit, die in den Augen brennt, zum Himmel stinkt und zu unserem täglichen Parfüm gehört. Auch mussten wir juckenderweise feststellen, dass diese Mücken durch eng anliegende dicke Jeanshosen, Shirts und Socken durchstechen können. Also, nicht nur die Haut, sondern gleich die gesamte Klamotten mit ertränken.
"Lerne deinen Feind kennen" schimpfte es sich doch. Und so haben wir die Mücken geduldig an uns herumsaugen lassen und studiert. Leider mussten wir feststellen, dass die Mücken mit ihrem langen Rüssel so lange herumstochern bis eine blankliegende Stelle oder dünne Stoffschicht ertastet werden kann. Apropos blank. Den blanken Hintern mögen diese Tierchen auf den Plumbsklos ganz besonders gern.
Und dann gibt es Orte, die wie der Himmel auf Erden scheinen. Romantische Seen, die gefräßige Libellen und somit keine Mücken mehr beherbergen. Oder wo ein starker Wind weht, der die Mücken einfach davon zu blasen scheint. Diese Orte lassen die durchkratzten Nächte schnell vergessen und geben Mut für die nächsten unabwendbaren Attacken. Und wenn das alles nicht hilft, der nächste Regen kommt bestimmt.

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