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"Alpenglow oder wie die Nacht zum Tag wird"

Regelmäßig verfallen wir in einen unkontrollierten Lachanfall. Immer dann, wenn wir nach unserer inneren Uhr leben und feststellen, dass die, seit wir den Polarkreis schrammen, völlig auf dem Kopf gestellt ist. Mittlerweile haben wir uns einen Wecker gekauft, der uns brav die Uhrzeit anzeigt. Aber nicht laut und offensichtlich, sondern steckt unter einer schwarzen Klappe, die wir bewußt hoch schieben müssen. So ertappen wir uns nicht dabei, ständig auf die Uhr zu sehen, ohne dass wir es müssen. Die wenigen Termine, wie z.B. eine Fähre zu erreichen, sind zum Glück eine seltene Ausnahme. Also bleibt die Uhr meistens zugeklappt und die Lachanfälle halten an. Eben dann, wenn wir nach unserer inneren Uhr das Bedürfnis haben, gemütlich am Lagerfeuer zu sitzen, uns in der Sonne zu räkeln oder noch ein "Feierabendbier" zu trinken. Die Sonne steht hoch am Himmel und es ist lauschig warm. Das scheint doch die perfekte Zeit zu sein. Genau, um 24 Uhr! Das stellen wir natürlich erst fest, wenn wir neugierig im Bett liegen, eine Wette über die Uhrzeit abschließen und sehen, dass es 2 Uhr in der Nacht ist. Gerne auch später! Oder wir fangen an, unseren Camper wieder einmal mit Silikon zu versehen. Es regnet zwar seit 6 Wochen nicht mehr, aber wir gehen auf Nummer sicher und drücken die dritte Tube Silikon in die 10 Jahre alte verschrumpelt Außenhaut. Warum sollte ein Camper andere Bedürfnisse haben, als eine alte verschrumpelte Menschhaut. Wir leben also nach dem Sonnenstand und der täuscht uns jeden Tag. Eigentlich perfekt. Im Australienurlaub mussten wir immer aufpassen, dass nach Einbruch der Dämmerung ab 18 Uhr kein Kängeruh auf die Straße hüpft. Hier gibt es seit Wochen keine Dämmerung und das wissen hoffentlich auch die Elche.

 
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